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Gedenkstein "Ostgebiete"

Gedenkstein "Ostgebiete"

Dieser Gedenkstein geht auf die Initiative von Bürgerinnen und Bürgern zurück, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat fliehen mussten, die in den ehemaligen deutschen Ostgebieten lag. Diese Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie – beispielsweise Ostpreußen, Pommern, Schlesien – waren dem damaligen Deutschen Reich durch den Zweiten Weltkrieg verloren gegangen, den das NS-Regime zu verantworten hatte. In der Folge wurden ab 1945 Millionen von Deutschen durch Flucht und Vertreibung gezwungen, sich im Westen Deutschlands ein neues zu Hause zu suchen. Viele Flüchtlinge aus dem Osten kamen auch in der Gemeinde Lindlar an und fanden hier eine neue Heimat. Um die Erinnerung an die alte Heimat lebendig zu halten, ließ eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern diesen Stein herstellen, der erstmals 1963 in Lindlar aufgestellt wurde. Die Bezeichnung „deutsche Ostgebiete“ ist vor dem historischen Hintergrund zu sehen, dass die Gebietsverluste rechtlich und politisch erst im Zuge der Ostpolitik ab Ende der 1960er Jahre geklärt und die Oder-Neiße-Linie 1970 im Warschauer Vertrag als endgültige Grenze im Osten Deutschlands festgelegt wurde. Im Zuge der Deutschen Einheit vom 3. Oktober 1990 wurde diese Grenze bestätigt. Vor diesem Hintergrund sind die Deutschen Ostgebiete heute als ein historischer Begriff und Erinnerung zu betrachten, die für viele betroffenen Menschen und ihre Nachkommen noch von hoher persönlicher Bedeutung sind.

Text: Dr. Ludwig, Fotos: Ulrich Hoffstadt, Doris Kisters


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