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Dreifaltigkeitskapelle

Dreifaltigkeitskapelle Unterheiligenhoven

Kaum eine Lindlarer Kapelle liegt so einladend am Wegesrand wie die Dreifaltigkeitskapelle in Unterheiligenhoven mit tagsüber geöffneter Tür, am Rundweg um den Steimel, in unmittelbarer Nähe der Burgruine Unterheiligenhoven, des LVR-Freilichtmuseums und des Bergischen Panoramasteigs. Nach der Sage errichtet aufgrund eines Gelöbnisses der Burgfrau an der Stelle, an der sie ihren Mann unversehrt aus dem Krieg kommen sah. Einst Ziel zahlreicher Wallfahrten aus dem Agger- und dem Sülztal bietet das kleine fast 300 Jahre alte Gotteshaus heute Spaziergängern und Wanderer Platz zum Ausruhen und zur inneren Einkehr.

Eine Inschrift oberhalb des ovalen Fensters über der Eingangstür enthält das Datum, an dem die Dreifaltigkeitskapelle wahrscheinlich eingeweiht worden ist: der 10. September 1720. Was sich hinter der Sage verbirgt, dass die Burgfrau von Unterheiligenhoven gelobt habe, sie wolle eine Kapelle an der Stelle errichten, an der sie ihrem Mann zuerst begegne, wenn er unversehrt aus dem Krieg, dem Spanischen Erbfolgekrieg, zurückkehre, lässt sich nicht mehr feststellen. Genauere Informationen bietet da schon eine Tafel im nahe gelegenen Bauernhof, der die Vorburg des alten Burggebäudes Unterheiligenhoven darstellt: Darin hält der Erbauer fest, dass er 1626 in einer Zeit „der Trauer und des Elends“ – gemeint ist sicher der Dreißigjährige Krieg – das Gebäude habe errichten lassen. Zu dieser Zeit war die adlige Familie von Waldenburg im Besitz von Unterheiligenhoven, die sogar den Mundschenk des Kölner Erzbischofs gestellt haben soll und deshalb den Beinamen „Schenckeren“ trug. Knapp 50 Jahre nach Errichtung der Dreifaltigkeitskapelle wurde Unterheiligenhoven – ebenso wie das heute nicht mehr existierende Mittelheiligenhoven – an die Besitzer von Oberheiligenhoven verkauft, so dass die drei Rittersitze in einer Hand waren.

In einem Testament aus dem Jahre 1720 wird die Kapelle in Unterheiligenhoven als „Dreyfaltigkeits-Capell zu Hiligenhoven“ erwähnt und festgelegt, dass eine große Summe für die Errichtung des Altars verwendet werden soll. Dieser schlichte Barockaltar ist heute noch an der Stirnseite der Kapelle erhalten. Das Motiv der Dreifaltigkeit – Gott Vater (rechts), Gottes Sohn (links) und der Heilige Geist in Form der Taube darüber ist auf einer Sandsteinplatte dargestellt, die von zwei Säulen und einem antiken Giebel eingerahmt wird. Das Wappen der Familie von Waldenburg prangt über diesem Altarbild. Weitere Heiligenfiguren schmücken den Innenraum: rechts Maria mit ihrem Kind, auf einer Mondsichel stehend, auf der linken Seite Josef mit dem Kind.

Fast nie fehlen Blumen, selten sind die schmiedeeisernen Kerzenständer ohne brennende Kerzen. Dafür sorgen nicht nur Bewohner der Umgebung, sondern auch die zahlreichen Besucher, die die Kapelle gerne immer wieder aufsuchen. Am Dreifaltigkeitssonntag, dem ersten Sonntag nach Pfingsten, findet vor der Kapelle eine Heilige Messe unter freiem Himmel statt. Sie erinnert an die Wallfahrten an diesem Tag, zu denen einst Gäubige aus vielen umliegenden Orten zogen, von Wipperfürth bis Loope, von Bergisch Gladbach bis Engelskirchen.

Eine gründliche Renovierung erfuhr die Dreifaltigkeitskapelle 2013, bei der nicht nur die Fassaden restauriert wurden, sondern auch das Dach mit Schiefer neu eingedeckt wurde. Unter-stützt wurde diese Aktion durch Mittel der Stiftung Denkmalschutz, der Bezirksregierung Köln, der Pfarrgemeinde und von Sponsoren.

 

Quelle: Text R. Wagner, Fotos Ernst Nolden, Gemeindearchiv Lindlar


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