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Ruine Eibach

Ruine Eibach

Obwohl seit über 200 Jahren zerstört, bleibt die Ruine Eibach an der östlichen Gemeindegrenze bei Scheel einer der eindrucksvollsten historischen Plätze Lindlars. Für bergische Verhältnisse handelt es sich um eine sehr stattliche Anlage, die hier im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Sie war Wohnsitz der weit verzweigten Familie Neuenhof genannt Ley, deren Mitglieder wichtige Positionen sowohl im Herzogtum Berg als auch in der Grafschaft Mark einnahmen. Das erklärt die Lage von Burg Eibach unmittelbar unterhalb der Burg Neuenberg, dem ehemaligen Amtssitz des Amtes Steinbach.

Die Geschichte der „Ruine Eibach“, wie die 1782 durch einen Brand zerstörte Burg genannt wird, liegt zum Teil ebenso im Dunklen wie die wenige hundert Meter oberhalb gelegene Burg Neuenberg. Diese war eine Zeit lang Amtssitz des Amtes Steinbach im Herzogtum Berg, sicher aber auch von besonderer Bedeutung als Grenzfeste der bergischen Grafen zum märkischen Gebiet. Die Familie von Neuhof muss bereits hier ansässig gewesen sein, bevor sie im ausgehenden 16. Jahrhundert diese Wasserburg errichten ließ.

In etwa rekonstruieren lässt sich das Aussehen der Burg vor der Brandkatastrophe von 1782 durch eine Tuschzeichnung von Renier Roidkin, die er wenige Jahre zuvor angefertigt hat. Sie bestand aus einem hohen Haupthaus, das durch mehrere Türme geschützt war und ein Walmdach trug. Jenseits des Burggrabens an der östlichen Seite erstreckte sich die dreiflügelige Vorburg, deren Wirtschaftsgebäude mit Scheunen und Ställen eine hufeisenförmige Anlage bildete, die neben dem Torturm mit weiteren Türmen geschützt war. Teile des Torturms befinden sich heute noch in dem Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert, das auf dem Gelände der Vorburg errichtet wurde. Spuren eines Fallgatters sind ebenso zu erkennen wie der Ansatz eines Bogens.

Die Familie von Neuhof war eines der angesehensten Geschlechter der Ritterschaft in dieser Gegend. Sowohl im Herzogtum Berg als auch in der Grafschaft Mark, deren Grenze wenige hundert Meter östlich von Eibach verlief, hatten Mitglieder dieser Familie hohe Posten in der Verwaltung inne. Sie waren keine Edelherren, also keine Grafen und Fürsten, sondern gehörten zum so genannten „Niederadel“, der sich durch Herren- und Kriegsdienste als Ritter, d.h. als schwer bewaffnete Reiter, verdient gemacht und damit den Status der Unfreiheit abgelegt hatte.

Warum die Anlage nicht wieder aufgebaut wurde, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich haben die Mittel zur Restaurierung eines solch großen Gebäudekomplexes nicht gereicht, verlor doch der Adel insgesamt bereits im 19. Jahrhundert allmählich nicht nur an Bedeutung, sondern auch wirtschaftliche Mittel.

Weit weniger romantisch geben sich die Reste der Burg Neuenberg hoch oben im Wald: Nur weniger Mauerreste sind übrig geblieben von der Festung, die bereits 1433 erstmals urkundlich erwähnt wird. Bald wird die Anlage zum Sitz der Amtmänner des Amtes Steinbach, zu dem nicht nur Lindlar, sondern auch Wipperfeld, Bechen, Kürten, Olpe, Overath, Engelskirchen, Hohkeppel und Wipperfürth gehörten. Infolge des Dreißigjährigen Krieges wird die Festung auf dem Berge jedoch zerstört und nie wieder aufgebaut.

 

Quelle: Text R. Wagner, Fotos Gemeindearchiv Lindlar


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