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Kapelle "Zur Hl. Familie"

Kapelle Oberbreidenbach

Die Geschichte von Burg Breidenbach und der gegenüber liegenden Kapelle reicht weit zurück, ist aber noch wenig erforscht. Die Kapelle in ihrer heutigen Form wurde 1670 errichtet und der Heiligen Familie geweiht, das Altarbild des Johannes soll jedoch auf ein älteres Gotteshaus an dieser Stelle hinweisen, weshalb sie immer noch Johanneskapelle genannt werde. Vor der Errichtung der Kirche in Linde war sie von großer Bedeutung für die Bewohner fernab der Lindlarer Pfarrkirche, deren Höfe i bereits 1244 erwähnt werden, aber sicher auch für die Adligen auf der Burg Breidenbach, die in der heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Die kleine Kapelle schräg unter der markanten Linde gegenüber des Burghauses Breidenbach dürfte das älteste Gotteshaus des Bezirks sein. Sie wurde 1670 errichtet und im Laufe der Zeit um ein Stück verlängert. Sie ist gut neun Meter lang und knapp fünf Meter breit, hat einen dreiseitigen Chorabschluss, eine flache Decke und einen kleiner Dachreiter. Die Errettung von der 1669 hier aufgetretenen Ruhrepidemie soll der Anlass für den Kapellenbau gewesen sein. Geweiht wurde sie der Heiligen Familie: Christus Salvator, der Gottesmutter und dem Heiligen Joseph. Nachdem die Not vergessen war, muss die Kapelle später mehr und mehr zerfallen und sogar als Schuppen genutzt worden sein. Eine als Strafe Gottes empfundene Missernte ließ die Bewohner das Gotteshaus wieder instandsetzen. Angerufen wurden hier sicher auch die heilige Anna und die heilige Agatha, deren steinerne Statuen aus der Hand Lindlarer Steinmetzen die Kapelle ebenso zieren wie der heilige Antonius und ein Schutzengel, die als Holzfiguren zu sehen sind.

Das große Altarbild, das die Taufe Jesu darstellt und aus dem 18. Jahrhundert stammen soll, hat der Kapelle nicht nur den Namen „Johanneskapelle“ eingebracht, sondern soll auch auf ein ursprünglich dem heiligen Johannes geweihtes Heiligtum hinweisen. Wie wichtig die Kapelle für die Bewohner der Umgebung und auch für die Adligen aus dem nebenstehenden Burghaus war, beweisen zahlreiche Gesuche an das Erzbistum Köln, hier die Messe lesen zu dürfen. Junker Theodor Cloedt von Breidenbach bewirkte 1681 die Genehmigung zur Messfeier an Festtagen. Erst drei während der Französischen Revolution hierhin geflohene französische Priester erhielten die Erlaubnis, auch an Wochentagen die heilige Messe hier zu lesen. Erst der Bau der Kirche in Linde, das bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde, aber erst 1869 eine Kirche erhielt, dürfte die Kapelle ein wenig in den Schatten gerückt haben.

Wie erwähnt liegen die Anfänge der Burg Breidenbach im Dunkeln der Geschichte. Die Burg gehörte den niederen bergischen Adelsgeschlechtern derer von Mosbach genannt Breidenbach, von Oell und von Cloedt. Das noch erhaltene Gebäude stammt im Wesentlichen aus dem 17. Jahrhundert und umfasste ursprünglich über dem ebenerdigen Keller zwei hohe Wohnetagen. Die Stichbogenfenster zeichnen sich noch heute im Mauerwerk der südlichen und westlichen Gebäudeseite ab. Heute ist das Innere zu drei Stockwerken mit je sechs Fensterachsen auf den Längsseiten umgebaut. Östlich aufgefundene Mauerreste lassen vermuten, dass die Burg in dieser Richtung einst eine größere Ausdehnung besaß. Nördlich des Gebäudes ist eine leider nicht mehr zu bestimmende Sandsteinplatte mit reliefartigem Allianzwappen angebracht. Die Kapelle wurde 1976 durch den Weihbischof Dr. Dick nach einer großen Renovierung neu konsekriert als Kapelle „Zur Heiligen Familie“. Dabei wurde eine Märtyrer Reliquie des Heiligen Albinus in den Altar eingelegt.

 

Quelle: Text R. Wagner, Fotos Gemeindearchiv Lindlar


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