Startseite

kath. Pfarrkirche St. Joseph

Kath. Pfarrkirche St. Josef Linde

Erstmals erwähnt wird Linde bereits im Jahre 1413. Die Bewohner mussten jedoch über 450 Jahre warten, bis sie eine eigene kleine Kirche bekamen. Der Grund und Boden für Kirche und Pfarrhaus wurden von edlen Spendern zur Verfügung gestellt. Auch die Baukosten der 1869 begonnenen Arbeiten wurden gespendet. 1892 wurde das Kirchenschiff erweitert, Turm und Sakristei angebaut, die Taufkapelle neben dem Haupteingang wurde erst 1941 hergerichtet. Der erste Geistliche in Linde wurde erst 1890 Pfarrer, als Linde sich von Lindlar als eigene Gemeinde löste. Heute ist Linde wieder in den Seelsorgebereich Lindlar eingegliedert.

Selbst der Unterpräfekt der französischen Verwaltung erinnert 1813 den Lindlarer „Maire“ (Bürgermeister) an den überfälligen Bau einer Kapelle und der Anstellung eines Vikars in Linde für die Bewohner des rechten Ufers der Lindlarer Sülz. Während Linde erstmals 1413 in das Licht der Geschichte tritt, sind die Höfe in Breidenbach bereits 1244 urkundlich erwähnt. Genutzt wird zwar die bereits im 17. Jahrhundert errichtete Kapelle in Oberbreidenbach, aber sie ist klein und kann die große Zahl der Gläubigen nicht fassen. Der Weg zur Pfarrkirche nach Lindlar ist weit. Dennoch dauerte es noch über 50 Jahre, bis der Traum von einer eigenen Kirche für die Linder Bevölkerung Wirklichkeit wurde.

Edle Spender aus Linde stellten 1869 schließlich einen Morgen Land im Ortskern zur Verfügung, damit dort mit dem Bau der Kirche und des Pfarrhauses begonnen werden konnte. Dabei hatten sie bereits im Auge, dass der “Rektoratssprengel“ Linde einmal zur selbstständigen Pfarrei erhoben würde, und legten alles akribisch notariell fest. Auch der Betrag für die Baukosten in Höhe von 6500 Talern wurde gespendet, so dass der Weg frei war für den Kirchenbau, der vom Diözesanbaumeister geleitet und von einer Wipperfürther Baufirma ausgeführt wurde.

Die Verantwortung für die Ausstattung der Kirche mit Altar, Bänken, Beichtstühlen übernahm ein Kapellenvorstand, ab 1870 durch den St. Josephsverein unterstützt. 1872 konnte bereits eine Orgel angeschafft werden und das Pfarrhaus wurde 1873 bezugsfertig. Doch noch war Linde eine Rektoratskirche, und ein weiterer „Pfarrgründungsverein“ kämpfte für die Pfarrerhebung, unterstützt durch den Priester, auch Rektor genannt, der bereits in das Pfarrhaus eingezogen war.

Die Kulturkampfgesetze des preußischen Staates und die staatliche Absetzung des Kölner Erzbischofs verzögerte das Verfahren. Erst 1890 wurde Linde eine eigenständige Pfarrei mit fast 800 Katholiken und St. Joseph wurde Pfarrkirche. Nunmehr konnte die Erweiterung der Kirche in Angriff benommen werden. 1892 wurden Turm und Sakristei errichtet, das Kirchenschiff erweitert, dieses Mal von einem Düsseldorfer Architekten geleitet. Während Taufstein und Kanzel sowie zwei Glocken bereits vorher angeschafft worden waren, erhielt die Kirche 1904 auch neue Kreuzwegstationen und einen neuen Altar aus Kyllburger Sandstein mit einem entsprechenden Altaraufsatz.

Auch während der nationalsozialistischen Herrschaft ruhten die Aktivitäten in der Kirche St. Joseph nicht: 1939 wurde eine neue Orgel mit 17 Registern angeschafft, 1942 wurde die Kapelle neben dem Haupteingang zur Taufkapelle hergerichtet. 1953 erhielt die Kirche dann auch eine Heizung. Die Eigenständigkeit der Pfarrei ging jedoch mittlerweile wieder verloren.

 

 

Quelle: Text R. Wagner, Fotos Gemeindearchiv Lindlar


Bosbach IT-Services