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kath. Pfarrkirche St. Laurentius

Kath. Pfarrkirche St. Laurentius

Selbst wenn die Urkunde von 958, in der die Brüder Walfrid und Humfrid ihre Kapelle in Hohkeppel mit einigen Besitzungen der Umgebung dem Severinsstift in Köln vermachen, eine Neuschrift aus dem 12. Jh. ist, archäologische Untersuchungen in der Kirche und der Umgebung weisen in die Zeit vor dem 12. Jahrhundert und machen Hohkeppel damit zu einer der ältesten Siedlungen der heutigen Gemeinde Lindlar. Von der mittelalterlichen Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist 1835 nur der Westturm stehen geblieben, während das klassizistische Langhaus auf den alten Fundamenten neu errichtet wurde. Lediglich eine über 500 Jahre alte und zwei über 300 Jahre alte Kirchenglocken sind noch erhalten.

Dass Hohkeppel und damit auch die erste Kirche in „Kaldenkapelle“, wie Hohkeppel früher hieß, eine der ältesten Siedlungen der Umgebung ist, erstaunt nicht, wenn man sich seine geografische Lage genauer ansieht: Ein Verkehrsknotenpunkt, gelegen an uralten Wegeverbindungen, die über Lohmar in die Rheinniederung (Polizeiweg) oder über Immekeppel/Bensberg nach Köln (Heidenstraße) führen, fast ohne tiefe Täler queren zu müssen. Archäologische Funde bei Burg westlich von Hohkeppel und bei Lindlar weisen darauf hin, dass dieseRoute bereits in römischer Zeit benutzt worden ist. Mag sein, dass sogar Cäsar nach seiner ersten Rheinüberquerung bei Bonn bereits 55 v.Chr. den Weg über Hohkeppelwählte.

Der wuchtige, 38 Meter hohe Turm der Hohkeppeler Kirche, der beim Abriss der romanischen Kirche 1835 stehen blieb und in den klassizistischen Neubau des Langhauses integriert wurde, ist damit wohl das älteste Zeugnis von Hohkeppel, das uns aus dem Mittelalter erhalten geblieben ist. Eine der drei Glocken, die „Andreasglocke“, die heute noch zum Gottesdienst ruft, stammt aus dem Jahre 1474. Sie ist offensichtlich vom Metallhunger der Kriegszeiten verschont geblieben, während die Dachreiterglocke im Zweiten Weltkrieg „dem Vaterland geopfert“, also eingeschmolzen und zu Kriegswaffen verarbeitet wurde.

Auch im Innern der Kirche gibt es Gegenstände, die aus der alten Kirche stammen: ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert und ein Kronleuchter.

In den ein wenig besser werdenden Zeiten zu Ende des 19. Jahrhunderts renovierte man die großen Kirchenfenster und baute an der südlichen Seite des Kirchenschiffs eine Sakristei an, während das Sakramentshäuschen für Prozessionen westlich der Kirche noch aus dem Jahre 1722 stammt. Umgeben war die Kirche bis vor gut hundert Jahren vom Kirchhof mit zahlreichen sehr alten Grabsteinen, die jedoch nach Auflösung des Kirchhofs und dem Bau des neuen Friedhofs teilweise verschwunden sind. Neben dem an die Brüder Walfrid und Humfrid erinnernden Gedenkstein, aufgestellt zur „1000-Jahr-Feier“ Hohkeppels, zieren noch das Grab des Pfarrers Wurth, einige alte Grabsteine und das Sakramentshäuschen das Gelände um die Kirche.

Eine eigenständige Pfarrgemeinde wurde Hohkeppel um 1400, als sie sich nach einem Streit um den Zehnten von Lindlar ablöste. Zu Ende des 20. Jahrhunderts kam nicht nur die Zivilgemeinde Hohkeppel in der Gebietsreform von 1975 zu Lindlar, sondern knapp 30 Jahre später auch die Pfarrgemeinde Hohkeppel, die sich zusammen mit Linde, Kapellensüng, Frielingsdorf und Lindlar zum „Seelsorgebereich Lindlar“ zusammenschloss.

 

Quelle: Text R. Wagner, Fotos Gemeindearchiv Lindlar


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