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Herz-Jesu-Krankenhaus

Herz-Jesu-Krankenhaus

Wie viele Einrichtungen in Lindlar, so ist auch das Krankenhaus eng mit der katholischen Kirche verbunden: Mit einer Stiftung von Pfarrer Fischer und mit Hilfe weiterer Spenden wurde es 1891 vollendet und bis in die Nachkriegszeit von Nonnen betreut, in den 1980er Jahren dann von der Pfarrgemeinde mehr oder weniger vor dem AUS gerettet. Der bekannte Kölner Architekt Dominikus Böhm hatte 1927 den Erweiterungsbau entworfen. In Koope-ration mit dem St.-Josef-Krankenhaus Engelskirchen und dem angeschlossenen Ärztehaus gab es im Krankenhaus zum Schluss noch Abteilungen für Geriatrie und Innere Medizin.

Die ursprüngliche Bestimmung des Lindlarer Krankenhauses kam der heutigen Nutzung recht nah: Errichtet wurde es hauptsächlich für die Unterbringung pflegebedürftiger alter Menschen und verfügte in den ersten Jahrzehnten nicht einmal über einen Arzt, wohl aber über eine Abteilung für elternlose Kinder. Die beiden in Lindlar niedergelassenen praktischen Ärzte erhielten für die medizinische Betreuung der Menschen im Krankenhaus jährlich je 250 Mark. Die völlig unzureichenden Transportmöglichkeiten, die sich meist auf Pferdefuhrwerke auf holprigen Wegen beschränkten, ließen die Ärzte operative Eingriffe oft im Haus des Patienten bevorzugen

Eine wesentliche Verbesserung der Situation bedeutete der 1930 fertiggestellte Erweiterungsbau, der mitsamt dem Wirtschaftsgebäude fast eine halbe Million Reichsmark verschlang und von dem bekannten Kölner Architekten Dominikus Böhm entworfen wurde, der auch den Umbau der Frielingsdorfer Pfarrkirche leitete. Der turmartig ausgebildete Mittelteil verlieh dem Gebäude eine großzügige Note. Nunmehr gab es in dem vorzüglich eingerichteten Krankenhaus auch eine chirurgisch-gynäkologische Abteilung unter Leitung eines Krankenhausarztes.

Doch bereits 1942 wurde das Lindlarer Krankenhaus von der Wehrmacht als Reservelazarett in Anspruch genommen und wurde nur noch in geringem Maße von Zivilpersonen genutzt. Der leitende Arzt, der Chirurg Dr. Wilhelm Meinerzhagen, leistete mit seiner Besonnenheit nicht nur eine ausgezeichnete medizinische Arbeit, sondern sorgte in den letzten Kriegstagen dafür, dass Lindlar von weiteren Kriegszerstörungen verschont blieb, nachdem das Krankenhaus bereits einige Treffer abbekommen hatte. Dafür wurde ihm nicht nur die Ehrenbürgerschaft verliehen, sondern nach ihm wurde auch die Umgehungsstraße benannt, die heute die Verkehrsachse des Ortes bildet.

Als dem Krankenhaus Lindlar in den 1980er Jahren das AUS drohte, organisierten die Lindlarer nicht nur Demonstrationen in Köln, sondern sorgten dafür, dass durch Bildung einer neu gestalteten Trägerschaft das Haus erhalten blieb, das sich später dann mit dem St.-Joseph-Krankenhaus Engelskirchen zu den „Katholischen Kliniken Oberberg“ zusammenschloss.

Der Anbau eines Ärztehauses sorgte dafür, dass trotz Reduzierung des Krankenausbetriebs auf zwei Abteilungen, die Geriatrie und die Innere, eine breite Palette ärztlicher Versorgung in Lindlar gewährleistet blieb. Auch das Rettungswesen wurde neu geordnet, nachdem es seit 2005 im Krankenhaus keinen Notarzt mehr im Bereitschaftsdienst gibt: Noteinsatzfahrzeuge, Rettungswagen und Krankentransportwagen sind rund um die Uhr bei größtmöglicher Mobilität einsatzbereit.

 

Quelle: Text R. Wagner, Fotos Gemeindearchiv Lindlar


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